Das kleine Glück für ZwischendurchFranzi

Gastbeitrag von Franziska Galander (Gesundheitsberaterin (IHK), Ernährungswissenschaftlerin (FSU Jena), Kräuter-Erlebnispädagogin (AGL))


Heilkundige aller Epochen sprachen besonders den Pflanzen, die etwas aus der Reihe tanzen, sich nicht so ganz an den „Mainstream“ der Natur anpassen wollen, starke Kräfte zu.

Im Oktober, wenn die kürzer werdenden Tage und kühleren Nächte den Rückzug der Natur einläuten, wird er erst richtig lebendig – der Safran, crocus sativus. Jedes Jahr aufs Neue schmücken seine leuchtend violettfarbenen Blüten den Herbst in Altenburg und zaubern so manchem Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Glücksmomente garantiert.

Neben seinem wunderschönen Äußeren hat Safran auch eine Menge gesundheitsfördernde innere Werte. Schon im „Ebers Papyrus“ (ca. 1.500 v.Chr,) wird der Krokus als Heilpflanze bei Leiden der Verdauungsorgane beschrieben. In der Antike sollen Adlige keine Kosten gescheut haben, um sich zur Beschleunigung der Wundheilung im roten Gold zu baden.

Die Fäden des crocus sativus enthalten eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Crocin und Crocetin, aus der Wirkstoffgruppe der Carotinoide, sorgen nicht nur für die leuchtend orange-gelbe Färbung der kostbaren Fäden, sie wirken auch antioxidativ, zellschützend und stärken die Sehkraft. Für den leicht bitteren Geschmack des echten Safrans ist das enthaltene Picrocrocin verantwortlich. Bitterstoffe sind optimal für die Pflege unserer Verdauungsorgane. Sie unterstützen die Funktion der Leber, unserem wichtigsten Entgiftungsorgan, fördern die Fettverdauung und tragen zur Regulierung von Hunger- und Sättigung bei. Weiterhin gibt es Hinweise aus der Forschung zur antidepressiven Wirksamkeit des Safrans, zudem soll er die kognitive Leistungsfähigkeit bei leichter Alzheimerdemenz verbessern.

Der medizinische Einsatz von Safran sollte jedoch nicht auf eigene Faust durchgeführt werden. Eine zu hohe Dosis (ab ca. 5g) kann zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie etwa Übelkeit, Nasenbluten oder gar Aborten führen. Bei Verwendung der Safranfäden als Gewürz ist eine Überdosierung jedoch nicht zu erreichen.

Für einen gesundheitlichen Mehrwert im Alltag reichen schon 3-4 Fäden täglich - das kleine Glück für Zwischendurch.

Wer Lust bekommen hat, diese hochpotente Gewürz- und Heilpflanze in seinen Speiseplan zu integrieren, kann folgendes Gute-Laune-Rezept aus der ayurvedischen Küche, in der Safran verwendet wird, um Energien wie Liebe und Mitgefühl zu stärken, ausprobieren: 

Zutaten:Tee

250 ml Wasser

1/2 Zimtstange

1 Kardamomkapsel

3-4 Safranfäden

1 TL Honig

Das Wasser mit Zimt und Kardamom aufkochen und ca. fünf Minuten köcheln. Nach einem kurzen Abkühlen die Safranfäden hinzugeben und zehn Minuten ziehen lassen. Nun können Zimt und Kardamom entfernt werden. Zum Schluss den Tee mit etwas Honig süßen.