Der geraubte Zentner Safran

Ein Zentner Safran, ein Wert von 400 Gulden – und plötzlich war die Fracht verloren. In den 1480er-Jahren wurde dem Freiberger Bürger Nickel Hausmann jenseits von Bautzen eine außergewöhnlich kostbare Warenladung geraubt. Was für den Besitzer ein schwerer Verlust war, hat in den Archiven eine bis heute lesbare Spur hinterlassen.

Die überlieferte Darstellung nennt „Jacof Schweitzer“ und weitere Beteiligte. Auch Jorg und Nickel Kytzer zu Wilchwitz erscheinen darin. Damit bekommt der Raub Namen und einen regionalen Bezug: Hinter der knappen Nachricht stehen Menschen und Verbindungen, die über den Ort des Überfalls hinausreichen.

Thomas Lang beziffert den Wert des geraubten Safrans auf 400 Gulden. Eine solche Fracht musste sicher ankommen, damit aus der Ware ein Erlös werden konnte. Zwischen Einkauf und Verkauf lag jedoch ein Weg, auf dem der Besitzer vieles riskierte. Der Überfall machte diese Gefahr mit einem Schlag zur Wirklichkeit.

Wie Nickel Hausmann den Verlust auffing und ob er etwas von seiner Ware oder ihrem Wert zurückerhielt, erzählt der vorliegende Bericht nicht. Die Geschichte endet ohne die Nachricht einer Rückkehr des Safrans.

Gerade deshalb bleibt die geraubte Ladung im Gedächtnis. Die roten Fäden, die wir sonst mit Küche und Genuss verbinden, stehen hier für die verletzliche Seite des Handels: Eine wertvolle Ware konnte unterwegs verloren gehen, lange bevor sie ihren Bestimmungsort erreichte.

Weiterlesen:

Historische Grundlage: Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seite 8; SächsHStA Dresden, 10005 Wittenberger Archiv, Loc. 4319/04, fol. 197r und 198r. Namensformen nach der dortigen Transkription.

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