Achtzehneinhalb Scheffel Safranknollen sollten auf Reisen gehen. Im Jahr 1505 wurden sie in Altenburg gekauft und nach Lochau geschickt, dem heutigen Annaburg. Es war die Zeit Friedrichs des Weisen und seines mitregierenden Bruders Johann. Zwischen ihren herrschaftlichen Gärten entstand eine Verbindung, die sich bis heute in Rechnungen verfolgen lässt.
Mit dem Einkauf allein war es nicht getan. Das Pflanzgut musste ankommen und in den Boden gelangen. Eine weitere Zahlung galt Steffan Steyner: Er brachte Safran nach Lochau und pflanzte ihn dort. Sein Name verbindet die große Lieferung mit der praktischen Arbeit vor Ort.
Drei Jahre später führt die Spur erneut nach Lochau. 1508 wurden dreieinhalb Scheffel Safranknollen bei Oswalt Nawendorff in Kauern angekauft. Hinzu kam Pflanzgut aus dem Altenburger Safrangarten. Wieder wanderten Knollen von einem Anbauort zu einem anderen.
Transportiert wurde dabei der Anfang einer künftigen Ernte: lebendes Pflanzgut, aus dem ein Bestand weiterwachsen konnte. Steyners Auftrag macht deutlich, dass zu diesem Austausch auch das Pflanzen selbst gehörte. Hinter den Mengenangaben standen Wege, Menschen und Arbeit.
Die Geschichte Friedrichs, Johanns und der reisenden Knollen zeigt Altenburg damit als Teil eines größeren Gartenbetriebs. Safran wurde hier kultiviert und von hier weitergegeben. Seine Spur endet nicht an der Stadtgrenze, sondern führt bis in die Beete von Lochau.
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Historische Grundlage: Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seiten 24 und 29–30; LATh–HStA Weimar, EGA, Reg. Bb 304, fol. 26r, und Reg. Bb 307, fol. 26r. Ausgangstext: Dr. Hans-Joachim Kessler.