Ein wenig Safran konnte einer Speise eine andere Farbe und einen besonderen Geschmack geben. In der höfischen Küche begegnet er neben Pfeffer, Ingwer und Nelken. Bevor die Gewürze in einem Gericht zusammenkamen, hatten sie jedoch bereits einen Weg hinter sich: Sie mussten beschafft, bezahlt und als Vorrat bereitgehalten werden.
Für Altenburg führt dieser Weg unter anderem zur Händlerin Pfylin. Bei ihr kaufte der Hof Safran und weitere Gewürze. Dr. Hans-Joachim Kessler berichtet außerdem von größeren Gewürzeinkäufen in Küchenrechnungen der Jahre 1471 und 1478. Die Einträge lassen den Aufwand hinter der Versorgung des Hofes erkennen.
Was konnte aus Safran in einer damaligen Küche entstehen? Ein Kochbuch des Meisters Hans von Württemberg aus dem Jahr 1460 nennt ihn als Zutat zu einem Mus. Das Rezept stammt nicht aus Altenburg. Es öffnet aber ein Fenster in die Kochkunst jener Zeit, in der Farbe und Würze zusammenwirkten.
Zwischen einer Einkaufsliste und einer fertigen Mahlzeit lagen die Arbeitsschritte der Küche. Gerade dieser Übergang macht die alten Aufzeichnungen reizvoll: Das Rechnungsbuch hält den Erwerb fest, während ein Kochbuch die Verwendung erkennen lässt. Zusammen bringen sie uns dem damaligen Umgang mit Gewürzen näher.
So führt die Geschichte des Safrans bis an die Tafel. Die roten Fäden waren zuvor Handelsware oder Ertrag eines Gartens gewesen. In der Küche wurden sie zu einer Zutat – und damit zu einem Teil des höfischen Alltags.
Weiterlesen:
Historische Grundlage: Dr. Hans-Joachim Kessler zu den Einkäufen von 1471 und 1478; Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seiten 5 und 23, zum Kochbuchbeispiel und zum Einkauf bei der Pfylin.