Die Safrangärtnerinnen am Schloss

Elf Groschen und sechs Pfennige für zwei Frauen: So unscheinbar beginnt eine der Geschichten des Altenburger Safrans. Im Rechnungsjahr 1484/85 wurde diese Zahlung für Arbeiten am Safran verzeichnet. Als Termin steht Mariä Heimsuchung, der 2. Juli. Die Namen der Frauen fehlen. Was sie taten, ist dagegen festgehalten: herausnehmen, hacken, jäten und pflanzen.

Die Blüten und ihre roten Fäden stehen meist im Mittelpunkt, wenn von Safran die Rede ist. Dieser Eintrag führt in eine andere Jahreszeit und zu der Arbeit, die einer Ernte vorausging. Der Boden musste gepflegt, das Pflanzgut aufgenommen und wieder eingesetzt werden. Die kostbare Pflanze verlangte Aufmerksamkeit, lange bevor ihr Gewürz in einer Küche Verwendung fand.

Die beiden Frauen waren mit dieser Arbeit nicht allein. Auch eine Rechnung von 1489/90 nennt zwei Frauen bei Gartenarbeiten, darunter beim Hacken des Safrans. Über mehrere Jahre hinweg tauchen so Spuren der Menschen auf, die den Bestand pflegten.

Sogar das Werkzeug hat einen Platz in der Überlieferung. Ein Inventar aus dem Zeitraum 1505/15 führt zwei Safranhacken auf. Zwischen den aufgelisteten Gegenständen des Schlosses erinnern sie daran, dass hinter dem begehrten Gewürz ein ganz praktischer Arbeitsalltag stand.

Von den Gedanken und Lebenswegen der Frauen wissen wir wenig. Ihre Arbeit aber ist geblieben: in wenigen Zeilen, die zeigen, wem der Altenburger Safran sein Weiterwachsen verdankte.

Weiterlesen:

Historische Grundlage: Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seiten 19–21 und 25; LATh–HStA Weimar, EGA, Reg. Bb 288, fol. 27v; Reg. Bb 292, fol. 30r; Reg. Bb 319, fol. 363r.

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