Safran, Pfeffer, Ingwer und Nelken: Ein Einkauf für den kurfürstlichen Hof führt uns zu einer Altenburger Händlerin. In der Rechnung heißt sie schlicht „Pfylin“. Kein Vorname, keine Beschreibung ihres Ladens, keine persönliche Nachricht. Und doch reicht dieser eine Eintrag, um ihr in der Geschichte der Stadt zu begegnen.
Bei der Pfylin konnte der Hof mehrere Gewürze gemeinsam beschaffen. Die roten Safranfäden gehörten zu einem Sortiment, das ganz unterschiedliche Aromen in die Küche brachte. Für die Hofhaltung war die Händlerin damit eine Anlaufstelle in der Stadt, an der ein Teil des täglichen Bedarfs gedeckt werden konnte.
Der Einkauf verbindet zwei Welten, die aufeinander angewiesen waren. Auf der einen Seite stand die Residenz mit ihren Vorräten und Mahlzeiten. Auf der anderen Seite stand eine Frau, die Waren anbot und Geschäfte abschloss. Zwischen beiden wechselten Gewürze und Geld den Besitzer; im Rechnungsbuch blieb die Spur dieser Verbindung zurück.
Woher gerade ihr Safran kam und welche Wege er hinter sich hatte, verrät der Eintrag nicht. Auch die Lebensgeschichte der Pfylin bleibt weitgehend im Dunkeln. Als Händlerin aber tritt sie deutlich hervor: Sie war eine wirtschaftlich handelnde Frau und eine Lieferantin des Hofes.
Wer heute über den Altenburger Markt geht, begegnet ihrem Namen nicht auf den ersten Blick. In der alten Rechnung hat sie dennoch ihren Platz behalten – zwischen Safran, Pfeffer, Ingwer und Nelken.
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Historische Grundlage: Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seite 23; LATh–HStA Weimar, EGA, Reg. Bb 288, fol. 19v.